Jens Breitfeld, ITSE

Ausbildungsprojekt

Peer-to-Peer-Projekt

Pflichtenheft, BNC-Verkabelung und Fehlersuche, Handbuchkonzept, Kundenbetreuung sowie serielle und parallele Schnittstellen.

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Projekt „Peer-to-Peer-Netzwerk“: Auftragsabwicklung am Beispiel einer Vernetzung (Peer-to-Peer-Netz).

Erstellung eines Pflichtenheftes

Warum, wieso, weshalb?

  • Um Missverständnisse zu vermeiden.
  • Es wird in aller Regel vom Auftragnehmer erstellt (ist meist schon im Angebot festgelegt).
  • Auftraggeber und Auftragnehmer müssen sich dieses Heft gegenseitig bestätigen.
  • Inhalt ist der Ablauf des Projekts, so konkret wie nötig, zum Beispiel:
    • welche Arbeiten werden wann und mit welchem Ergebnis abgeschlossen
    • welche Hardware und Software wird eingesetzt
    • welche Anforderungen umfasst das Projekt
    • an bestimmten Stellen können auch Garantiebedingungen vorkommen
  • Es kann auch beinhalten, eine Hardwarekompatibilitätsprüfung durchzuführen (zum Beispiel: die LAN-Karte ist PCI, der Rechner hat aber nur ISA).

Beseitigung von Fehlern im Netzwerk: BNC-Kabel

BNC = Bayonet Nut Coupling (Bajonettverschluss mit Gewinde). BNC-Kabel gibt es fertig zu kaufen. Im Querschnitt ist Folgendes zu erkennen:

Die Seele

In der Mitte, besteht aus mehreren kleinen Drähten (Litzen). Sie dient zur Datenübertragung.

Der Isoliermantel

Liegt um die Seele.

Das Drahtgeflecht

Liegt um den Mantel und ist nach außen wieder isoliert. Es dient als Abschirmung.

Aus Antennenkabel kann man kein BNC-Kabel bauen. Das liegt am Wellenwiderstand, der an der Frequenz hängt und nicht am Gleichstrom. Bei sehr störender Umgebung muss man doppelt geschirmtes Kabel verwenden. Ein defektes BNC-Kabel ist in Netzwerken der häufigste Fehler.

Mögliche Fehler

  • Bruch der Seele (Übertragung unterbrochen)
  • Abschirmung unterbrochen (Verbindung besteht noch, aber unregelmäßig)
  • Kurzschluss zwischen Seele und Abschirmung
  • Störungen durch Magnetfelder, zum Beispiel von Stromkabeln (Geflecht gerissen)
  • Fehler am Stecker: Stecker werden bei der Verbindung mit dem Kabel gequetscht und können dadurch Fehler erzeugen
  • Ein defekter Abschlusswiderstand (durchmessen)

So läuft die Fehlersuche ab

  1. An einer Seite des Netzwerks wird begonnen, das Kabel abzuziehen, und man versucht, das Netzwerk laufen zu lassen.
  2. Sollte es nicht funktionieren, geht man mit dem Abschlusswiderstand zum nächsten Rechner.
  3. Funktioniert es dann, war es das erste Kabel. Ansonsten geht man mit dem Abschlusswiderstand weiter durch das Netz.

Bei vielen Rechnern fängt man in der Mitte an und selektiert nach Hälften: Eine Hälfte geht, die andere nicht, also wird die defekte Hälfte nochmals halbiert usw. Sind alle Kabel in Ordnung, liegt es an den Netzwerkkarten (vorausgesetzt, die Software ist in Ordnung).

Vermeidung von Fehlern

  • Um Fehler zu vermeiden, muss man den Biegeradius beachten.
  • LAN mit BNC-Kabel: Massive Seelen werden fest verlegt, der Biegeradius beträgt 15 cm. Flexible Seelen sind für ortsveränderliche Verlegung.
  • Die Konfektionierung ist das Anbringen der Stecker an den Kabelenden.
  • An die EAD-Dose werden die BNC-Kabel mittels eines EAD-BNC-Patchkabels angeschlossen.
  • Für BNC-Kabel gibt es auch ein Prüfgerät, das auf Bruch bzw. Kurzschluss von Seele und Abschirmung prüft.

Vorstellung des Handbuchkonzepts

Woraus sollte ein Handbuch bestehen?

  • Es sollte verschiedene Arbeitsmethoden unterstützen und gut lesbar sein.
  • Es sollte auch als Glossar dienen können. Das Glossar sollte durch ein Inhaltsverzeichnis gegliedert sein (Einführung, Hauptteil, Schluss).
  • Der Hauptteil muss nach Sachthemen getrennt in sich geschlossene Teile enthalten: Netzplanung, Vernetzungsart, Beschreibung (inklusive), Installation, Beispiel.
  • Hardwarevoraussetzung und Schritt-für-Schritt-Beschreibung.
  • Optische Unterstützung durch Bilder.
  • Abgrenzung: Vorkenntnisse des Lesers berücksichtigen.
  • Fachterminologie beachten (Fußnoten).
  • Aktualitätsstand (versionsgebundene Beschreibung).
  • Handliches Format (A5), um es zum Beispiel neben den Rechner legen zu können.
  • Quellennachweis und weiterführende Literaturhinweise.
  • Technische Anfertigung: robuster Einband für den täglichen Gebrauch.

Abgabe des Handbuches

Es wird am Schluss des Projekts abgegeben und bewertet. Es sollte gleichzeitig mit dem Projekt fertig sein.

Auftragsabwicklung und Kundenbetreuung

Vor dem Auftrag

Terminabstimmung mit dem Kunden. Planung mit dem Kunden (auf „fachgerecht“ achten). Bestellung des Materials.

Einweisung

In den Räumen des Kunden. Sie wird hier durch Präsentation und mit den Dozenten durchgeführt.

Nachbetreuung am Telefon

Wenn sich der Kunde meldet, sollten die Unterlagen sofort verfügbar sein (im Rechner schnell erreichbar, zum Beispiel im Kundenstamm).

Support und Service zum Produkt

Problembehebung zum Beispiel über eine Hotline.

Den Kunden erinnern

Ab und zu nachfragen, ob alles noch in Ordnung ist, und wenn möglich ein Update oder eine Schulung anbieten.

Steuerungsmöglichkeiten

Kunden werben

Durch Akquisition (persönlich oder telefonisch), durch Werbung (Serienbrief, Anzeige) und durch Sonderaktionen.

Kunden betreuen

Kundenstammdaten aufnehmen: Anschrift, Besonderheiten (Kaufverhalten, Sonderwünsche, Familienstand) und Termine (Geburtstage, Jubiläen, technische Termine, Einladungen). Dazu Preisaktionen und Infos über neue Angebote und Produkte.

Aufträge durchsehen

Wurde ein Kaufwunsch doch nicht realisiert: nachfragen! Preis zu hoch? Angebot überarbeiten und neu unterbreiten (Kampfangebot). Preis OK, aber inhaltliche Unstimmigkeiten? Angebot überarbeiten! Dazu die termingerechte Bearbeitung (Termintreue).

Wiedervorlage

Ein beliebiges Ablagesystem mit terminierter Struktur zur Wiedervorlage von zurückgestellten Projekten.

Topologie und Leitungslänge

Leitungslängen

  • Die maximale Länge eines BNC-Kabels zwischen den beiden Abschlusswiderständen beträgt bis zu 185 m.
  • In einem Segment dürfen maximal 30 T-Stücke verbaut werden. Das Anfangs-T-Stück bzw. das End-T-Stück hat immer einen Abschlusswiderstand. Der minimale Abstand zwischen zwei T-Stücken darf 50 cm nicht unterschreiten.

Topologien

Bustopologie

Anordnung der Rechner hintereinander mit einer Gesamtlänge von bis zu 3 × 185 m und maximal 28 Rechnern. Zwischen den 3 Segmenten muss ein Repeater eingebaut werden (siehe Tabellenbuch S. 183).

Sterntopologie

Mehr als 3 Segmente und dadurch mehr als 185 m Gesamtlänge sind möglich. Alle Leitungen enden in einem aktiven Sternkoppler (Hub).

Software: die serielle Schnittstelle

  • Die zu übertragenden Bits werden Bit für Bit über eine Leitung nacheinander übertragen.
  • Für die Umsetzung wird ein Akkumulator verwendet (hat nichts mit einem Batterie-Akku zu tun).
  • Das Startbit markiert den Beginn und das Stoppbit das Ende eines Zeichens.
  • Der High-Pegel wird durch −3 V bis −15 V (−12 V) dargestellt, der Low-Pegel durch +3 V bis +15 V (+12 V).
  • Bezeichnungen für eine serielle Schnittstelle sind zum Beispiel COM1 bzw. COM2.
ÜbertragungLeitungenHinweis
Asynchron3: Masse, TxD, RxDRxD = Empfangsdaten (Received Data), TxD = Sendedaten (Transmitted Data). Ohne Synchronisierung können Probleme auftreten, zum Beispiel weil die Frequenzen beider DEEs nicht gleich sind.
Synchronmind. 5: Masse, TxD, RxD, RTS, DCDRTS = Sendeteil einschalten (Request to Send), DCD = Empfangssignalpegel (Data Carrier Detect). Durch die Synchronisierung haben beide DEEs dieselbe Frequenz.

Protokoll (DÜE, DEE)

  • DÜE bedeutet Datenübertragungseinrichtung, zum Beispiel ein Modem.
  • DEE bedeutet Datenendeinrichtung, zum Beispiel ein PC.
  • Das Protokoll für DÜE und DEE heißt V.24 bzw. V.28 und definiert die Funktionen zwischen DÜE und DEE.

Baud

  • Baud ist die Einheit der Schrittgeschwindigkeit, benannt nach dem französischen Techniker É. Baudot (Baudot-Telegraph).
  • Die Schrittgeschwindigkeit bei einer seriellen Verbindung kann von 300 bis 115.000 betragen.
  • Es funktioniert nur, wenn beide Endgeräte (Empfänger-DEE und Sender-DEE) dieselbe Geschwindigkeit besitzen.
  • Bei 9600 Baud wird ein Bit in rund 104 Mikrosekunden gesendet. In 9600 Baud sind rund 872 Byte Daten pro Sekunde enthalten (9600 : 11, denn 1 Startbit + 1 Stoppbit + 1 Paritätsbit + 8 Datenbits).

Bitanzahl, Parität, Start- und Stoppbit

  • Die Information besteht aus 8 Bit für die Daten, zuzüglich Start- und Stoppbit und/oder Paritätsbit. Das ergibt eine Gesamtzahl von 10 Bit (bzw. 11 Bit bei Parität).
  • Gerade Parität bedeutet, dass die Anzahl der gesetzten Einsen gerade ist. Dafür setzt man das Stoppbit ein.
  • Ungerade Parität bedeutet, dass die Anzahl der gesetzten Einsen ungerade ist. Auch hierfür setzt man das Stoppbit ein.
  • Das Stoppbit kann als Paritätsbit benutzt werden. Dann werden zwei Bit statt einem übertragen.
  • Das Startbit zeigt den Beginn und das Stoppbit das Ende eines Zeichens (bestehend aus 8 Bit) an.

Parallele Verbindung

  • Die Daten werden bitparallel übertragen, das heißt 1 Byte (also 8 Bit) wird gleichzeitig über 8 Leitungen übertragen.
  • Sie wird auch als Centronics-Schnittstelle bezeichnet.
  • Störungsfreie Übertragung ist nur auf kurzen Strecken bis 5 m möglich.
  • Sie ist als 36-polige Verbindung aufgebaut. Bezeichnungen sind zum Beispiel LPT1 bzw. LPT2.
  • Die Übertragungsgeschwindigkeit kann von 100 KByte bis zu 2 MByte betragen (bei EPP, Enhanced Parallel Port).
  • Brauchbarkeit: wird zum Beispiel für die Verbindung von und zu Drucker, CD-ROM oder Scanner eingesetzt.

Steuerungsbits

Sie werden mit 3 zusätzlichen Leitungen dargestellt:

  • STB = Strobe (Datenübergabe, Drucker hat Daten bekommen)
  • BUSY = Wartesignal, Drucker nicht empfangsbereit
  • ACK = Acknowledge (Quittierung, Drucker ist empfangsbereit)

LAN-Verbindung: Einbindung der Netzwerkkarte

Hier wird die Einbindung der Netzwerkkarte unter Windows NT 4.0 beschrieben.

  1. Über Start → Einstellungen → Systemsteuerung das Netzwerk-Setup aufrufen.
  2. Als Netzwerkkarte wird die Adaptec ANA 6911A/TXC ausgewählt. Der dazugehörige Treiber befindet sich auf Diskette 2 im Verzeichnis A:\winnt\i386.
  3. Nach der Installation von Diskette wird noch nach der Windows-NT-CD verlangt.
  4. Als Identifikationsname wird als Name Sch(Platznummer) und als Domäne itse eingegeben.
  5. Als Dienste bzw. Protokoll wählt man NETBEUI.
  6. Bei den Eigenschaften der Netzwerkkarte stellt man BNC ein.
  7. Nach der Installation wird das System aktualisiert, und der Rechner startet neu.